Stephan Bösch Photography

Saiten

Titelthema „Binationale Paare in der Schweiz“ – Fotos von Stephan Bösch

www.saiten.ch

Jede dritte Ehe wird heute in der Schweiz zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten geschlossen. Sind diese Beziehungen schwieriger als andere oder bieten sie besondere Chancen? Diesen Fragen widmet sich diese «Saiten»-Ausgabe, die in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Familien in St.Gallen – anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens – entstanden ist. Die Begegnung von Menschen und der Austausch von Gütern und Ideen über Kontinente hinweg hat eine lange Tradition. Sie sind kein exklusives Merkmal der Gegenwart, wohl aber hat die moderne Verkehrs- und Kommunikationstechnologie die Grenzen und Kontinente überschreitenden internationalen und globalen Aktivitäten wesentlich erleichtert. So fördern Globalisierung und Mobilität nicht nur die Zuwanderung, sondern führen auch zu kulturüberschreitenden Beziehungs- und Familienformen.
Tatsache ist, dass heute wegen der zunehmenden Verschärfung der Ausländergesetzgebung immer häufiger im Ausland geheiratet wird und ein grosser Teil der Einwanderung in die Schweiz aufgrund von Familiennachzug erfolgt. Inzwischen haben heute zwei von fünf Neugeborenen mindestens einen ausländischen Elternteil. Unsere Gesellschaft wird also kulturell immer vielfältiger.
Viele binationale Paare und Familien fügen sich meist unmerklich in die Gesellschaft ein, und das ist wohl auch der Grund, weshalb sie im politischen Integrationsdiskurs – der richtet sich nämlich fast ausschliesslich an die Adresse von Ausländerfamilien – kaum Beachtung erhalten. Wenn wir von jährlich 15’000 binationalen Eheschliessungen in der Schweiz ausgehen, gibt es darunter einige Paare, die Schwierigkeiten haben, die Reihe von juristischen, sozialen, kulturellen und finanziellen Hindernissen zu überwinden, und auf Beratung angewiesen sind. Genau hier setzt das binationale Beratungsangebot der Beratungsstelle für Familien St.Gallen an. Chika Uzor, der diese Beratungen durchführt, verrät im Interview mehr über die Hintergründe seiner Arbeit.

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