Doris tritt hart auf die Bremsen. Eine Fuchsmutter mit zwei Jungen überquert die Strasse.
Wir sind unterwegs ins Toggenburg. Heute ist ein besonderer Tag für die Familie Ammann.
Gegen fünf Uhr morgens erreichen wir den Bauernhof von Doris Familie. Die ganze Familie
sitzt gespannt am Frühstückstisch.
Jeden Frühling ziehen Bergbauern mit den Tieren auf eine höher gelegene Alp. Die Wiesen
im Tal sind von den Kühen abgegrast. Oben auf der Alp warten saftige Wiesen auf die Tiere.
Durch die Bergkräuter hat die Milch eine bessere Qualität, was sich positiv auf den Käse und
andere Milchprodukte auswirkt.
Die Alpauffahrt wird nach uraltem Brauch zelebriert. Die Bauern kleiden sich in ihre
Sonntagstracht. Die drei schönsten Kühen tragen das “Geschell”. Es besteht aus drei grossen
Schellen, welche klanglich fein aufeinander abgestimmt sind. Ein wichtiger Bestandteil ist
auch das “Zäuerle” oder “Jodeln”. Ein Alpenländischer Gesang ohne Text.
Nachdem der Zug die Strasse verlassen hat, führen steile Serpentinen hinauf zur Alp.
Zwischendurch werden die Älpler am Wegesrand verpflegt. Nach einem Glas gespritztem
Wein und kurzem Wortwechsel geht es mit schnellem Schritt weiter.
Beim Alpaufzug zeigt sich auch der Wert der Familie. Die Kinder haben Schulfrei. Alle helfen mit.
In der Alphütte sitzen alle gemütlich beisammen und essen Brot, Käse und Wurst. Die erste
Kuh wird gemolken, damit man Milch für den Kaffee hat. Nach diesem ereignisreichen Tag kehrt
Stille und der anstrengende Alpalltag ein.
