LA CASA SUL MARE
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Bist du geblendet? Sei nicht verzweifelt, es ist nur die Klarheit, die dich empfängt. Du bist erschöpft, doch du wirst sehen: bald kannst du schöpfen. Die Sehnsucht nach einem ich wird sich erfüllen im wir. Etwas wird aufbrechen. Das Licht umwirbt dich.
Von der ersten Minute an schmeichelt es dir. Es ist ein Tuch, das du nicht brauchst; ein Ausstrahlen deiner sich allmählich beruhigenden Lenden, der Choreographie unserer flackernden Blicke.
Es ist das Tagestuch einer spärlichen Mahlzeit, das schmale Nachtlaken zwischen dir und mir und der See und dem Salz auf unserer Haut.
Du gehst den Verlockungen nach. Du traust dich. Meine Zweifel gehen auf in unserer Lust.
Du bist kein Messias, auch wenn du es wolltest. Es hat dich hierher verschlagen, um dich zu lehren: Liebe ist nicht nur ein Wort. Du hast vergessen, woher du kamst. Denn hier bist du frei — deine Sinne kräftigen sich, du bist eingeladen, dich im wir zu erholen.
Alles ist wie es sein muss, ohne Schärfe, aber exakt. Klar, aber ohne Grat.
Der Horizont ist eine Kontur, die dir Entflechtung wünscht, Hingabe ans Offene, Erregende des Meeres. Du wirst den Mond grüßen, der über dein Feuerlager wacht, die Flammen, die die Agaven nachahmen.
Du brauchst keine Musik. Hörst du das Rauschen denn nicht? Das Knistern der sich auflösenden Pläne, Entschlüsse, Entschlossenheiten. Wie eine Haut, die abblättert, wie ein von Wind und sengender Helle spröde gewordenes Zeugnis deines Bisher, Bis hierhin. Zu mir.
Hörst du das Atmen denn nicht, wenn wir uns ausstrecken zwischen dem Strandhafer, die Brise, das Glucksen der Kinder, dein eigenes, in der Gischt wie die Schaumbläschen herausplatzendes Lachen, mit dem du die Härte loswirst, das Sture. Die Impulse vervielfältigen sich.
Hörst du die Träne nicht, die sich dabei vermischt mit dem Meer. Es ist gut, wenn du weinst. Es ist gut, dass du dich erinnerst beim Scheite aufschlagen an das, was war, und an das, was gewesen sein wird. Noch ehe sie ganz in den Wolken aufgehen, liegst du ruhig wie die See, alleine im tiefen, traumlosen Schlaf.
Bald kannst du das kleine Häuschen wieder verlassen. Es war eine Zuflucht ohne Zuhause. Du hast eine Richtung gefunden. Längst hast du verstanden: Leicht sein ist Arbeit, Lieben ist Mühe.
Keine Angst vorm Zurückschauen! Du bist nur ein Mensch.
Crauss
“ Der Horizont ist eine Kontur, die dir Entflechtung wünscht, Hingabe ans Offene, Erregende des Meeres. Du wirst den Mond grüßen, der über dein Feuerlager wacht, die Flammen, die die Agaven nachahmen. ”